Gartenumbau Giornicostrasse 

Inspiriert von einem herrlichen Sommerabend bei Freunden in Bottmingen, angereichert mit einem lukullischen Mahl in einem wunderbaren, grossen und verspielten römischen Lustgarten mit Froschteich, beschloss die Bauherrschaft beim nächsten Frühstück an einem warmen Sonntag Morgen, zurück in ihrem Garten, der mit Ausnahme des Sitzplatzes ziemlich eingewachsen war, einschneidende Veränderungen an diesem vorzunehmen.

 

Der Garten gehört zu einem Bauhaus-ähnlichen Doppelhaus, welches betreffend Eigentum aber nicht in der Mitte in der Vertikalen, sondern in der Horizontalen getrennt ist. Demzufolge handelt es sich um ein klassisches Stockwerkeigentum mit UG, EG, OG und einer Dachterrasse mit gedecktem Sitzplatz. Im UG befinden sich zwei Büroräume/Gästeschlafzimmer, zwei Kellerräume, der obligate Luftschutzraum sowie als Rarität eine Indoor-Schwimmbahn mit Massen von 25m x 2,20m. Die Räumlichkeiten im UG sind durch Oblichter am Gebäuderand mit Tageslicht geflutet. Die Wohnräume sind durch ein strenges, loftartiges Säulenraster strukturiert, der Boden ist schwarz eingefärbter Beton, die Wände weiss, die Säulen und Decken in Sichtbeton belassen.

 

Der Boden des Gartensitzplatzes bestand ebenfalls aus gräulichen Betonplatten. Nach 16 Jahren der Strenge und Selbstreduktion beschloss die das EG bewohnende Bauherrschaft, dem Garten einen wärmeren, mediterranen Anstrich zu verpassen.

 

Nach erheblichem Baumschnitt und radikaler Entfernung eines autonom-grenzenlos wuchernden Spitzknöterichs war die erste Entscheidung, grössere Teile des etwas spärliche Rasens, der sich unter einer über hundertfünfzig jährigen, prachtvollen Eiche befand, durch einen Travertin Gold Plattenboden zu ersetzen. Nachtschattengewächse und wild wuchender Hasel mussten drei Steingärten mit Lavendel, Salbei, Rosmarin und Bobtail-Büschen weichen. Der Rand der Steingärten wird durch natürlich in ihrer Form belassene Steine akzentuiert. Ein Meter breite bräunliche Kieswege und ein ebensolcher Platz mit fest installierter Feuerschale, umgeben von zwei schweren Eichensitzbalken bilden die Kommunikationswege im Garten, Esstisch und Lounge die Aufenthaltsschwerpunkte.

Die Oblicht-Sockel wurden in einem dem Plattenboden nachempfundenen Farbton ebenfalls neu bemahlt.

Zwei Palmen, zwei Rebstöcke, ein Blutahorn, ein Heidelbeerstrauch und Hortensien geben dem Garten den südlichen Touch, der auch auf der Passion der Bauherrschaft für das südliche Afrika beruht.

 

Nach 2 Monaten und 22 Tonnen neuem Material ist eine Garten-Oase entstanden, die jederzeit zu einem Miniurlaub für die Sinne einlädt.